Innovationsschub für Energieversorger mit Bürgerbeteiligung. Der einzigartige Energiekongress Augsburg setzt 1000 wichtige Impulse.

Große Herausforderungen wie die Energiewende bedürfen vieler kluger Leute, die sich ihnen gemeinsam stellen. Neben Fachleuten gehören Bürgerinnen und Bürger dazu, die oft exzellente Ideen einbringen. Vorläufiger Höhepunkt eines dreistufigen partizipativen Innovationsprozesses war der Energiekongress am 21. März im Rathaus Augsburg mit 200 Zukunftsdenkern und über 1000 Ideen für zukünftige Energieleitlinien.

Seit August 2014 denken der Energiebereich der Stadtwerke Augsburg (swa) und der regionale Energieversorger erdgas schwaben über eine Zusammenarbeit nach. Welche Verantwortung ein gemeinsames Energieunternehmen in einer Stadt und Region übernehmen soll, wurde jetzt in einem intensiven Beteiligungsprozess in 3 Stufen abgefragt. Die Stadtwerke Augsburg (swa) und der schwäbische Energieversorger erdgas schwaben befragten zunächst ihre MitarbeiterInnen und sammelten dann zwischen dem 21. Februar und dem 21. März 2015 über 100 kluge und innovative Vorschläge von 300 registrierten Onlinedenkern auf einer eigens eingerichteten Internetplattform rund um die künftige Energieversorgung in Augsburg und Umgebung.

Vorläufiger Höhepunkt war nun der Energiekongress am 21. März im Rathaus Augsburg mit 200 Zukunftsdenkern und über 1000 Ideen für zukünftige Energieleitlinien „Bei den politisch geforderten Energieleitlinien geht es um Erwartungshaltung an ein neues Unternehmen für die nächsten 10 - 20 Jahre. Das sollten wir als Gesellschaft gemeinsam beantworten. Deshalb wollen wir alte Entscheidungswege verlassen und hierarchiefreies Denken fördern.“, so Klaus Dietmayer, Geschäftsführer der Stadtwerke Augsburg und erdgas schwaben.

Der Energiekongress Augsburg setzt 1000 wichtige Impulse.

Auf dem Augsburger Energiekongress fand dieser breite Partizipationsprozess dann seinen offiziellen Rahmen. Ausgewählte Onlinedenker diskutierten gemeinsam mit BürgerInnen sowie MitarbeiterInnen der Energieunternehmen und Fachleuten aus verschiedensten Bereichen, um Grundsteine für künftige Energieleitlinien der beiden Energieversorger zu legen. Die Ideen und Vorschläge der TeilnehmerInnen widmeten sich jeweils einem der vier Themenfelder Energiedenker, Energiewender, Stadt-Land-Vernetzer und Energiebürger. Während es im Themenfeld „Energiedenker“ beispielsweise um die Frage ging, was Schwaben, was die Region Augsburg attraktiv für Start-Ups, Technologieunternehmen und die Fachkräfte der Branche macht, ging es beim Themenfeld „Energiewender“ um Einflussfaktoren bei einer Wende zu nachhaltiger Energieerzeugung.

Wie organisiert man den effizienten Energietransport vom Produktionsstandort auf dem Land zu den größten Verbrauchern in der Stadt? Dieser Frage widmeten sich jene KongressteilnehmerInnen, die sich über Stadt-Land-Vernetzung Gedanken gemacht haben, während es beim Themenbereich „Energiebürger“ um die Frage ging, welche Verantwortung Bürger beim Thema Energie übernehmen können.

Energiebranche auf neuen Wegen

Der Energiekongress Augsburg am 21. März 2015 im vollbesetzten Goldenen Saal des Rathauses Augsburg war die erfolgreiche Fortführung eines extrem offenen Partizipationsprozesses. Als deutschlandweit erster Kongress seiner Art spiegelte er das starke Engagement der Energiedenker, der Energiewender, der Stadt-Land-Vernetzer und letztlich der Energiebürger in Bayrisch Schwaben mit seinem Zentrum Augsburg wider.

Erklärtes Ziel des arbeitsreichen Tages war ein Ergebnispapier, mit dem nun weiter gearbeitet werden kann.
Zum Kongress wurden zudem vier renommierte Denker eingeladen, die jeweils durch einen kurzen Vortrag die verschiedenen Facetten des Begriffes „Energiewende“ präzisierten: Lars Thomsen (Zukunftsforscher / future matters AG), Patrick Mijnals (Zukunftsdesigner), Dr. Daniel Dettling (Zukunftsinstitut) und Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joachim Schellnhuber (Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung).

Inspiriert durch die einzelnen Vorträge und die vorab online gesammelten Ideen erarbeiteten die KongressteilnehmerInnen ihre Vorschläge für Energieleitlinien, die entscheidend zur Zukunft der regionalen Energieversorgung beitragen sollen. Der Öffentlichkeit vorgestellt werden diese Empfehlungen für Energieleitlinien voraussichtlich ab Mitte April.

Reichhaltiger Ideenpool

„Der Energiekongress hatte Spitzenniveau. Das komplett offene Konzept mit der Einbindung von MitarbeiterInnen, BürgerInnen und EnergieexpertInnen hat sich hervorragend bewährt“, erklärte der Augsburger Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl. „Das Ergebnis ist ein ungeheuer reichhaltiger Ideenpool, wie unsere Energieversorgung in Zukunft aussehen könnte. Ich habe den Goldenen Saal noch nie in einer so kreativen und zugleich konzentrierten Atmosphäre erlebt. Es war beeindruckend, wie professionell und intensiv an den Tischen gearbeitet wurde. Für die Stadt Augsburg bin ich stolz, dass hier ein bundesweit einmaliger und vorbildlicher Partizipationsprozess entstanden ist.
Jetzt gilt es diese Ideen zu verdichten und in nachvollziehbare Energieleitlinien zu formulieren. Nur so entsteht eine ganzheitliche Betrachtung und eine klare Orientierung für zukünftige unternehmerische Entscheidungen.“