Power-to-Gas: Grüner Überschuß-Strom wird erfolgreich im Erdgas-Netz gespeichert

Bild: Fridolin Gößl, 1. Bürgermeister Oberhausen an der Donau, Jens Dammer, Leiter Vertrieb erdgas schwaben; Dr. Markus Pröll, Stadtwerke Augsburg, Markus Kittl, Sprecher der Geschäftsführung schwaben netz, Margarete Heinrich, Vorsitzende der SPD-Fraktion Augsburg, Klaus-Peter Dietmayer, Geschäftsführer erdgas schwaben und swa, Detlef Fischer. Geschäftsführer VBEW, Thomas Wöber, gibgas, Anton Asam, Betriebsdirektor swa, Michael Hold, Vorstand Reutte Holding AG, Michael Wörle, 1. Bürgermeister Stadt Gersthofen, Martin Müller, Betriebsleiter Elektrizitätswerke Reutte AG, Hans Reichhart, 1. Bürgermeister Jettingen-Scheppach, Christian Arlt, Geschäftsführer schwaben regenerativ, Helmut Kaumeier, Leiter Kommunalkunden erdgas schwaben, Dr. Michael Kerler, Redakteur Augsburger Allgemeine.In Frankfurt am Main wird modernste Technik zur Förderung, Speicherung und Umwandlung von Power-to-Gas gezeigt. Nach gut einem Jahr überzeugt die Power-to-Gas-Demonstrationsanlage der Thüga-Gruppe und zeigt das enorme Potential dieser neuen Technik. Zeit für eine Fahrt von erdgas schwaben nach Frankfurt am Main. // Fahrt im Video ansehen

Power-to-Gas-Demonstrationsanlage
Unter dem Dach der Thüga betreiben erdgas schwaben gemeinsam mit der Mainova und weiteren 12 kommunalen Partnern eine hocheffiziente Power-to-Gas-Anlage in Frankfurt/Main, die eine besonders schnelle Reaktionsfähigkeit bei veränderten Lastsituationen im Stromnetz ermöglicht. Die Demonstrationsanlage wandelt überschüssigen Ökostrom über einen neuartigen Elektrolyseur zu Wasserstoff und speist diesen erstmals direkt ins kommunale Erdgasnetz ein. Da keine weitere Verdichtung oder Aufbereitung erforderlich ist und auch die Abwärme des Elektrolyseurs genutzt wird, erreicht das System einen außerordentlich hohen Wirkungsgrad von rund 77 %. „Die Demonstrationsanlage funktioniert gut seit Mai 2014, der TÜV hat die technischen Rahmenbedingungen erarbeitet und begleitet“, so Klaus-Peter Dietmayer, Geschäftsführer erdgas schwaben und Stadtwerke Augsburg, im Gespräch.

erdgas schwaben – Schrittmacher der Entwicklung
Stets vorne mit dabei, wenn es um die regenerative Erzeugung von Bio-Erdgas und Förderung umweltschonender Mobilität geht, ist immer wieder ein Unternehmen: erdgas schwaben. Als woanders noch intensiv über die Tank-Teller-Problematik von Biokraftstoffen diskutiert wurde, stellte erdgas schwaben schon Bio-Erdgas aus abfallstämmiger Produktion her. Kurz darauf folgte dann die erste Tankstelle mit 100% Bio-Erdgas. Mittlerweile werden sämtliche Tankstellen des Unternehmens mit 100 % Bio-Erdgas in der Region Bayerisch-Schwaben beliefert.

Herausforderung unserer Zeit – Speicherung von erneuerbaren Energien
Überschüssigen Strom aus Wind und Sonne sinnvoll zu nutzen, ist eine Herausforderung, da keine oder nur geringe direkte Speichermöglichkeiten bereitstehen. Das Stromnetz kann dies nicht leisten, doch über das Erdgasnetz stehen schon heute gewaltige Kapazitäten bereit – ohne zusätzliche Investition in die Speichertechnik. Bio-Strom wird zu Bio-Erdgas

Ein elementarer Baustein der Mobilität – heute und morgen!
Was Power-to-Gas so besonders macht, ist sein absolut flexibler Gebrauch. So ist es möglich, das Stromnetz zu entlasten, Wasserstoff zu produzieren oder im nächsten Prozessschritt mittels zusätzlichem CO2 Bio-Erdgas zu erzeugen, das direkt ins Erdgasnetz eingespeist werden kann.

Für die Mobilität bedeutet das die zusätzliche Verfügbarkeit umweltschonender Kraftstoffe wie Methan/CNG – oder auch Wasserstoff. Im Rahmen der Energiewende und den Zielen von Politik und Wirtschaft ist es ein weiterer Schritt zur Unabhängigkeit der Energieversorgung, zu einer besseren Nutzung von überschüssigem Bio-Strom aus Wind und Sonne sowie ein Beitrag zur Netzstabilität.

„Leistungssteigerung bei deutlich vermindertem Strom- und Platzbedarf, dynamische Steuerbarkeit, umweltfreundliche Betriebsmittel – es ist beeindruckend, wie sich Power-to-Gas in den letzten Jahren weiterentwickelt hat. Und da steckt noch eine Menge Potenzial drin!“, bestätigt Thomas Wöber von gibgas, der die Demonstrationsanlage in Frankfurt besuchte.

Aktuell kann das deutsche Erdgasnetz übrigens bis zu 2 % Wasserstoff problemlos aufnehmen, speichern und zum Verbrauch bereitstellen. Aber auch eine weitere Methanisierungsstufe ist bei Power-to-Gas grundsätzlich möglich, um letzlich Bio-Erdgas einzuspeisen, das in jeder Anwendungsform ohne Einschränkung nutzbar ist.

„Ressourcen nutzen und Ressourcen schonen – bei Power-to-Gas ist beides gleichzeitig möglich. Denn so verpufft die Leistung erneuerbarer Energien nicht, sondern wird konsequent eingesetzt, um fossile Energiereserven und die Umwelt zu schonen. Zukunft heute, entstanden aus einer Vision“, so Klaus-Peter Dietmayer.

// 13.05.2015