Unser Klima braucht Erdgas

Jens Dammer, Prokurist erdgas schwaben, bei energate.de, zur Forderung der Deutschen Umwelthilfe (DUH), Gasheizungen ab 2025 zu verbieten:

Unsere Klimawende können wir nur mit einem intelligenten Energie-Mix erreichen. Die Kombination erneuerbarer Energien mit dem immer grüner werdenden Erdgas ist hierbei die optimale Lösung. Die radikale Forderung der DUH greift essenziell zu kurz, denn der Ertrag aus Sonne und Wind schwankt sehr stark in Abhängigkeit von Wetter und Tageszeit.

Erdgas ist immer verfügbar, also auch nachts und bei Windstille. Auch zu diesen Zeitpunkten benötigen wir ausreichend Energie. Und da macht es doch Sinn, den CO2-ärmsten Energieträger unter den fossilen als Ergänzung zu den erneuerbaren zu wählen. Zudem wird Erdgas „grüner“, das heißt durch Beimischen von Bio-Erdgas und Gas aus Power-to-Gas-Anlagen wird Erdgas immer erneuerbarer. Die Einführung einer verpflichtenden Quote für erneuerbare Gase fordert deshalb auch der Thüga-Verbund aktuell von der Politik.

Wer heute schon an die zukünftige Versorgung mit Wasserstoff denkt, erkennt in Erdgas den optimalen Partner: Wasserstoff kann dem weitverzweigten Erdgasnetz beigemischt werden. Das sind Zukunftsoptionen, die enkeltauglich sind. Zudem behalten wir unsere Verbraucher im Blick. Für sie ist Erdgas die Wunschenergie Nummer 1: Gaslösungen waren auch bei den 2018 in Deutschland genehmigten Gebäuden das beliebteste Heizsystem.*

Mit dem Austausch alter Ölanlagen gegen neue Erdgas-Brennwertkessel sparen Verbraucher am kostengünstigsten CO2 ein. Und nur so kann die Energiewende gelingen, wenn sie bezahlbar bleibt. Denn viele Häuslebauer müssen sehr genau auf ihren Geldbeutel achten. Sie zu teuren Alternativen wie einer kompletten Gebäude-Umstellung auf Wärmepumpentechnik mit neuen Heizkörpern, einer neu zu erschließenden Wärmequelle und vielleicht auch einer Wärmedämmung des Hauses zu verpflichten, wäre ungerecht. Das geht an der Realität komplett vorbei und zerstört die Bereitschaft der Menschen, die Energiewende zu meistern.

Gemeinsam sollten wir für alle Menschen eine Energiewende ermöglichen. Erdgas ist nicht nur grün, sondern auch bezahlbar. Zudem sind alle KfW-Standards mit Erdgas zu erreichen – das haben wir bewiesen. Im Neubau kann Erdgas in Verbindung mit einer Brennstoffzelle alle Anforderungen bis hin zu KfW 40 plus einhalten. Eine gesetzliche Verankerung der KfW-Standards liegt gerade uns am Herzen. Hier sind wir von der Position der DUH nicht weit entfernt.

Ein ganz besonderer, wenn nicht sogar einzigartiger Vorteil von Erdgas ist unsichtbar. Das ist das enorme Speicherpotenzial der Leitungen. Das Erdgasnetz in Deutschland, das zu den sichersten weltweit gehört, kann bis zu 130 Terawattstunden Gas aus Wind- und Sonnenstrom speichern. Damit könnte es ganz Deutschland hell und warm halten, und zwar für mehr als zwei Monate.

Nicht zuletzt hat die Leitstudie „Integrierte Energiewende“ der Deutschen Energie-Agentur (dena) vom Juni 2018 gezeigt, dass die bestehende Gasinfrastruktur für das zukünftige Energiesystem von zentraler Bedeutung bleiben wird. Erdgas ist also heute der ideale Partner für die Energiewende. Deshalb sollten wir beim gemeinsamen großen Ziel Klimaschutz an einem Strang ziehen.

* Quelle: Statistisches Bundesamt, Datensatz „G 00 IE3 03 Baugenehmigungen (Genehmigungsfreistellung: alle) für Wohn- und Nichtwohngebäude nach Gebäudeart und verwendeter Energie zur Heizung (Primär) Neubau insgesamt, Jahr 2018“

// 10.7.2019