Schritt 3: Planung und umweltverträgliches Bauen

Zweifellos greift Bauen in die Umwelt ein. Die Auswirkungen lassen sich durch umweltverträgliches Bauen auf ein Minimum reduzieren. Der einzelne Bauherr kann seinen Beitrag dazu leisten, durch

  • landschaftsgerechtes Bauen
  • Verwendung umweltgerechter Baumaterialien
  • energiesparende Bauweise und entsprechendes Verhalten.

// Neubaukompass (pdf)


Leitfaden für die Auswahl des passenden Generalunternehmers/ Planers/ Bauträgers:

Sammeln Sie umfassende Informationen und Inputs und legen Sie sich eine Traumhaus-Mappe“ mit skizzierten Grundrissen und Bildern vom Grundstück an. // Gehen Sie die Checkliste durch

Der Generalunternehmer (GU)

“Die Bauabwicklung mit einem Generalunternehmen bietet sich an wenn Sie bereits im Besitz eines Baugrundstücks sind. Der Generalunternehmer übernimmt sämtliche Bauarbeiten – ohne Planungsleistungen – und übergibt Ihnen das „schlüsselfertige“ Haus.
Sie als Bauherr beauftragen den Generalunternehmer und einen Architekten/Planer. Die einzelnen Handwerksfirmen (Subunternehmer) werden von dem Generalunternehmer beauftragt und stehen mit ihm direkt in vertraglicher Beziehung. Das hat den Vorteil, dass Sie sich direkt an den GU wenden können und sich nicht mit den einzelnen Handwerksfirmen auseinandersetzen müssen.
Die Planung und Überwachung Ihres Bauobjekts obliegt dem von Ihnen beauftragten Architekten.” Quelle:

Vorteile:
Sie können das Haus nach Ihren Vorstellungen planen
Sie haben nur zwei Ansprechpartner (Architekt und Generalunternehmer) der üblicherweise mit dem GU vereinbarte Festpreis erleichtert die Kostenplanung

Nachteile:
Sie als Bauherr können den Handwerkern keine direkten Anweisungen geben, da diese nur dem Generalunternehmer vertraglich verpflichtet sind.

Der Generalübernehmer (GÜ)

Der Generalübernehmer – auch Totalunternehmer genannt – unterscheidet sich von dem Generalunternehmer dadurch, dass er sämtliche Bauleistungen inkl. der Planung übernimmt. Der Architekt, die Fachplaner, die Handwerksfirmen etc. werden von dem Generalübernehmer als Subunternehmen beauftragt. Das heißt, Sie sind der Bauherr, der Generalübernehmer ist Ihr alleiniger Auftragnehmer.

Vorteile:
Sie erhalten alles aus einer Hand
Sie haben einen Ansprechpartner für sämtliche Anliegen und Fragen
der üblicherweise vereinbarte Festpreis erleichtert die Kostenplanung

Nachteile:
eingeschränkte individuelle Gestaltungsmöglichkeiten
der GÜ baut möglichst preissparend, was die Bauqualität beeinträchtigen kann



Die Einzelvergabe (Planer)

Bei dieser Variante beauftragen Sie als Bauherr einen Architekten, der – abhängig von den beauftragten Leistungsphasen nach HOAI – die gesamte Planung sowie die Ausschreibung der diversen Gewerke, die Baukoordination und die Bauüberwachung übernimmt. 

Zudem beauftragen Sie – in der Regel mit Unterstützung des Architekten – die einzelnen Handwerksfirmen und schließen mit allen Unternehmen bzw. Handwerkern jeweils einen Vertrag ab.

Vorteile:
Ihre Wünsche und individuellen Anforderungen können umfassend berücksichtigt werden
Baukostenersparnis durch Eigenleistungen möglich
hoher Mitbestimmungsgrad
Sie haben Einfluss auf die Wahl der ausführenden Firmen (Handwerker)

Nachteile:
Zeitverzögerungen und daraus resultierende Mehrkosten bei falscher Aufwandsschätzung der Eigenleistungen (mangelnde eigene Fachkompetenz und Erfahrung)
starke Belastung durch hohe Eigenverantwortung bzgl. des Bauablaufs
Ein “guter Architekt” stellt im Idealfall eine ideale Mischung aus Künstler, Techniker und Manager dar.

Der Fertighausbau

Ein Fertighaus ist ein industriell vorgefertigtes Haus, das vor Ort endmontiert wird. Grundsätzlich wird dabei unterschieden.
Es wird unterschieden ob, die gelieferten Fertigteile von dem Bauherrn selbst zusammengebaut werden oder
der Fertighausbauer ein schlüsselfertiges Wohnhaus übergibt.


Vorteile:
Sie können sich vorab durch Kataloge, Musterhäuser etc. ein Bild von Ihrem zukünftigen Haus machen
in der Regel geringere Baukosten (resultierend u. a. aus der kurzen Bauzeit)
die übliche Festpreisgarantie erleichtert die Kostenplanung

Nachteile:
eingeschränkte Individualität
nachträgliche (Gestaltungs-)Änderungen sind – wenn überhaupt möglich – aufwendig und teuer

Bedarfsgerechte und energiebewusste Planung nach EnEV

Bei allen diesen Fragen ist allerdings zu bedenken, dass Ausrichtung und Gestaltung Ihres Hauses nicht beliebig sind, sondern dafür baurechtliche Beschränkungen (z. B. durch Festsetzungen im Bebauungsplan) bestehen können.
In das Berechnungsverfahren nach der Energieeinsparverordnung fließen sowohl die Energieverluste und ­gewinne der Gebäudehülle (baulicher  Wärmeschutz), als auch die Effizienz der verwendeten Heizungsanlage und ihres Brennstoffes ein. Aus einer gemeinsamen Bilanz wird daraus in einem Rechenverfahren der sog. Primärenergiebedarf ermittelt. Bei diesem Wert sind auch die Verluste, die bei einem bestimmten Energieträger durch Transport, Gewinnung oder Umwandlung entstehen, berücksichtigt (z. B. Rohöl zu Heizöl). Je nach verwendetem Energieträger fallen diese Verluste unterschiedlich aus. Die Energieeinsparverordnung setzt davon abhängig Grenzen für den jeweiligen Bedarf an Primärenergie.

Mit dem Erneuerbare­Energien­Wärmegesetz (EEWärmeG), das seit dem 1. Januar 2009 gültig ist, werden Eigentümer von Neubauten verpflichtet, Teile des Energiebedarfs aus erneuerbaren Energien zu decken = solare Strahlungsenergie, Biomasse, Geothermie oder Umweltwärme. Diese Nutzungspflicht kann als Ersatzmaßnahme auch dadurch erfüllt werden, dass die Höchstwerte der Energieeinsparverordnung für Jahresprimärenergiebedarf und Wärmeschutz der Gebäudehülle von mindestens 15 % unterschritten werden. Dieser Nachweis wird mit dem Energieausweis geführt, dessen Muster Felder für die notwendigen Angaben enthält.

Die Anforderungen der Energieeinsparverordnung sind für den Bauherrn grundsätzlich zwingend; der Bauherr ist allerdings frei in der Wahl der hierbei zu verwenden­ den Baustoffe und Bauteile. Einen entsprechenden Nachweis hat der Bauherr grundsätzlich vor Baubeginn und nach Fertigstellung als Energieausweis von einem Fachmann erstellen zu lassen

// Beratung durch erdgas schwaben gmbh


Baulicher Wärmeschutz

Durch die Umfassungsbauteile wird Ihr Haus zum Erdreich und zur Außenwelt abgeschirmt. Die meiste Zeit des Jahres herrscht draußen eine niedrigere Temperatur als in dem Wohnbereich, wodurch Wärmeverluste auftreten. 

TippTipp: Verwenden Sie für die Wände Baustoffe die eine höhere Wärmedämmung besitzen. Sie statten die Wand zusätzlich mit einer Wärmedämmschicht aus. Sie verbessern den Wärmeschutz bei Fenstern Dreifachverglasungen können heute schon wirtschaftlich sein.


Erläuterung: Erneuerbare Energien/ Effizienzhaus 40,45,70/ EnEV

Die KfW fördert den Neubau von Wohnhäusern mit den KfW-Effizienzhaus-Standards 40, 55 und 70. Dabei gilt: Je kleiner die Zahl, desto besser die Energieeffizienz der Wohnimmobilie und desto höher die KfW-Förderung.
Die Formel hinter der KfW-Förderung ist einfach: je geringer der Energiebedarf der neuen Immobilie, desto höher ist der Tilgungszuschuss, den Sie von uns erhalten, kurz: desto weniger müssen Sie von Ihrem KfW-Kredit zurückzahlen.
Gemessen wird die energetische Qualität anhand des Jahresprimärenergiebedarfes und des Transmissionswärmeverlustes. Für diese beiden Kennzahlen definiert die Energieeinsparverordnung (EnEV) Höchstwerte, die ein vergleichbarer Neubau einhalten muss. Aus dem Vergleich erfolgt die Zuordnung in einen der Förderstandards. Ein KfW-Effizienzhaus 100 entspricht den Vorgaben der EnEV für den Neubau. Ein KfW-Effizienzhaus 70 hat einen Jahresprimärenergiebedarf von nur 70 % eines vergleichbaren Neubaus nach EnEV, ein KfW-Effizienzhaus 55 sogar nur 55 %.
// Mehr über KfW-Häuser


Wissenswertes:

Kostenermittlung: Auf der Grundlage der vollständigen Planungsunterlagen lassen sich nun die detaillierten Kosten ermitteln.

Bauantrag: Für den Bauantrag werden in der Regel vom Architekten oder Generalunternehmer alle erforderlichen Unterlagen zusammen gestellt und bei der Behörde eingreicht.

Baugenehmigung: Die Baugenehmigung wird abgewartet oder eine gewisse Frist (in der Einsprüche seitens der Behörde erhoben werden können) muss verstreichen. Prüfen Sie detailliert mit dem Architekten oder Bauleiter die Baugenehmigung.

Versicherungen: Informieren Sie sich unbedingt vor Baubeginn über eine Bauherrnhaftpflicht und eine Gebäudeversicherung mti vorlaufender Rohbauversicherung.

Bauleistungsversicherung = Bauwesenversicherung: versichert die Bausubstanz während der Bauzeit. Versichert ist der Wert der Bauleistung

Bauherrnhaftpflichtversicherung: zu prüfen ob nicht bereits in der privaten Haftpflicht vorhanden.

Bauhelferunfallversicherung: Nachbarschaftshelfer müssen der Berufsgenossenschaft angezeigt und regelmäßig gemeldet werden. Die Bauherrn selbst sind im Rahmen der Bauhelferversicherung nicht versichert. Denken Sie an eine Unfallversicherung für sich selbst, als Bauherr und nach dem Einzug an eine  Wohngebäudeversicherung, Photovoltaikanlagen, Hausratversicherung, Lebensversicherung


// Weiter mit Schritt 4: Rundum gut versorgt - Wärmebedarf und Heizenergie